Die Brunner von Leukerbad haben ihre Wurzeln im bernischen. Im Dezember 1676 wurde der Gastwirt Ulrich Brunner, aus dem oberen Simmental (Zweisimmen BE), als Landmann des Zehnden Leuk aufgenommen. 15 Jahre zuvor hatte er in Leuk die Walliserin Maria in der Gassen in einer katholischen Zeremonie (als Berner war er ursprünglich Reformiert) geheiratet, und war zu dem Zeitpunkt seiner Einbürgerung wohl schon in der Gegend etabliert.
Interessanterweise gibt es laut Familiennamenbuch in Zweisimmen gar kein Brunner Geschlecht, sehr wohl aber eines mit Namen Zumbrunnen. Wahrscheinlich hat Ulrich seinen Namen an den des alteingesessenen Leuker Geschlecht Brunner angepasst. Leider liessen sich die Vorfahren Ulrichs in Bern bisher nicht weiter zurückverfolgen, dabei wäre dies wahrscheinlich sehr interessant. Der Name „Zumbrunnen“ ist nämlich ein in Bern eher unüblicher Name, der sich nur im Simmental findet, andere Berner Familien tragen ihn als „Brunner“. Aufgrund dieses Präfixes, und dem Fakt dass die Berner Zumbrunnen in den älteren Dokumenten fehlen, spekuliert Urs Peter Zumbrunnen, dass die Familie ursprünglich aus der Innerschweiz kommt. Dort sind Namen mit dem Präfix „Zum“ nämlich sehr weit verbreitet. Tatsächlich gab es in Uri ein Häuptergeschlecht mit Namen Zumbrunnen. Dieses Geschlecht wiederum behauptete seinen Stammbaum in der männlichen Linie auf Werner, Freiherr von Attingshausen, zurückzuführen zu können. Vorerst bleibt das aber alles Spekulation.
Ulrichs Nachfahren übten Grösstenteils den Wirteberuf aus, im Kurort Leukerbad durchaus ein angesehenes Handwerk, oder engagierten sich in der Politik, mehrere Weibel, Kastlane, Gemeinderäte etc. des Orts entstammten der Familie Brunner. Der berühmteste Gast welche die Familie je bewirtete war ohne Zweifel der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe, welcher 1779 in Begleitung des Herzogs von Weimar in die Pension Brunner einkehrte. Das Gebäude, welches 1747 gebaut wurde und heute noch steht, erhielt den Namen „Haus Goethe“.
Stammbaum
Der Stammbaum der Familie Brunner von Leukerbad nach Bruno Zumofen, Lokalhistoriker:



Zumofen liess die vor 1800 geborenen Töchter, ledigen Söhne, und im Jugendalter verstorbenen Kinder aus Platzgründen aus. Dieser Kürzung scheint auch meine Ur-Ur-Ur Grossmutter (Karoline Brunner 1842-1927) zum Opfer gefallen zu sein. Da sie auswärtig heiratete und nicht mehr ins Wallis zurückkehrte wurde wohl angenommen sie gehöre der letzten Kategorie an, aufgrund der Walliser Volkszählungen und ihrem Eintrag im Sterberegister der Stadt Basel lässt sie sich allerdings zweifelsfrei als Tochter des Joseph Brunner (1806-1882) und der Katharina Grichting zuordnen. Ich habe mir deswegen die Freiheit genommen den Stammbaum dahingehend zu ergänzen.
Wie die Brunner von Leukerbad vom europäischen Hochadel abstammen wird hier erklärt.
Quellen:
Familiennamenbuch der Schweiz (Schulthess Polygraphischer Verlag, Zürich 1989)
Zumbrunnen, U. P. (o. D.). Historisches über das Geschlecht Zumbrunnen. Zumbrunnen Family. Abgerufen am 14. April 2026, von https://www.zumbrunnen-family.ch/history.html
Zumofen, B. (2005). Die alten Badnerinnen und Badner. Leukerbad und seine Familien seit 1650. Bilgerverlag.
Dazu kommt die Walliser Volkszählung aus dem Jahre 1850 und das Sterberegister der Stadt Basel
